Brehm-Kaiser & Dr. Brehm*
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Aktuell

Fachkräfteeinwanderungsland Deutschland
February 24, 2020

Fachkräfteeinwanderungsland Deutschland

Der Ausbildungsstandard in Deutschland ist vorbildlich und wird in anderen Ländern gelobt. Dieses gilt insbesondere auch für die Berufsausbildung und die Ausbildung von Fachkräften außerhalb des Studiums, wie z.B. die klassische handwerkliche Ausbildung oder sonstige Ausbildungen im dualen System. Der deutschen Wirtschaft fehlen tausende solcher Fachkräfte, die von Arbeitgebern dringend gesucht werden.

Wie auch hinsichtlich der Hochschulabsolventen aus anderen Staaten, insbesondere solchen Staaten, die nicht der EU angehören, gilt aber auch für Fachkräfte im technischen Bereich, im Handwerk, in der Pflege, dass sie die Chance auf eine Ausübung qualifizierter Berufstätigkeit in Deutschland nur haben, wenn ihre heimatliche Ausbildung gleichwertig ist. Diese Gleichwertigkeit wird bisher von den zuständigen Behörden der Bundesländer überprüft. Nicht jede Entscheidung entspricht dabei dem Wunsch der interessierten Fachkräfte auf Anerkennung. Auch die verschiedenen Zuständigkeiten führen dazu, dass jeder Fall in jedem Bundesland gleichartig bzw. mit gleichem Ergebnis entschieden würde.

Mit der Zielrichtung, die Möglichkeit der Einwanderung von Fachkräften zum Zweck der qualifizierten Berufsausübung in Deutschland zu verbessern und auch zu vereinheitlichen, eröffnete das Bundesbildungsministerium am 17.02.2020 eine neue „Zentrale Servicestelle Berufsanerkennung (ZSBA)“ in Bonn. Diese Servicestelle soll die erste und zentrale Anlaufstelle für Interessenten sein, die beabsichtigen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt in ihrem im Heimatland erlernten Beruf tätig zu werden. Rechtsgrundlage hierfür ist das sogenannte „Fachkräfteeinwanderungsgesetz“.

Es bleibt nun abzuwarten, ob innerhalb der vier Jahre, für die diese Servicestelle zunächst eingerichtet wird, es dort gelingt, die Gleichwertigkeit der ausländischen Ausbildung qualifiziert und einheitlich – und vielleicht auch wohlwollend – zu überprüfen.

Rechtsanwalt Joachim Drinhaus, der sich mit Gleichwertigkeitsverfahren befasst, meint, dieses werde nur gelingen, wenn die Servicestelle eine hervorragende Kommunikation mit den Interessenten zu den Anforderungen betreibt, sie service- und zielorientiert unterstützt und Wertschätzung gegenüber den im Ausland erbrachten Ausbildungsleistungen und etwaigen Berufserfahrungen entgegen bringt.

Gleichwohl dürfte erwartet werden können, dass einigen Antragstellern auch Kritik an der Quantität und Qualität ihrer Berufsausbildung entgegengebracht wird und die zentrale Anlaufstelle als Institution nicht den „automatischen Erfolg“ garantieren kann.

Die Situation ist uns aus Verfahren der Berufsanerkennung in sogenannten reglementierten Berufen mit und ohne Studium durchaus bekannt. Rechtsanwalt Joachim Drinhaus berichtet von der Erfahrung, dass ein einzelner Fachgutachter Ausbildungsquantität und Ausbildungsqualität nach fast dem gleichen Schema in mehreren Fällen infrage stelle, ohne dass die zuständige Behörde in eigener Kompetenz die fachliche Leistungsfähigkeit der Antragsteller in ihrem Beruf bewerte. Andere   – positive – Erfahrungen hat Rechtsanwalt Joachim Drinhaus schon in solchen Verfahren gesammelt, in denen nicht Fachgutachter über die Fähigkeiten von Antragstellern entscheiden, sondern qualifizierte und lebenserfahrene Sachbearbeiter in zuständigen Behörden. Insofern bleibt zu hoffen, dass die neue Servicestelle und ihre Kommunikationspartner in den Verwaltungen den Antragstellern ein faires und rechtssicheres Verfahren anbieten werden.

Wer von den Interessentinnen und Interessenten allerdings andere Erfahrungen machen sollte, sollte sich nicht scheuen, anwaltlichen Rat einzuholen und die gegen behördliche Entscheidungen in Deutschland immer möglichen Rechtsbehelfe einzulegen. Denn dieses führt auch dazu, dass sich Standards herausbilden, die allen Interessierten in der Zukunft mehr Anerkennungssicherheit geben, wenn sie im deutschen Arbeitsmarkt berufstätig werden wollen.

Gerne stehen wir Ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung!

Das Eliminieren von Prüfungsfragen mit mehreren richtigen Antwortmöglichkeiten
February 13, 2020

Das Eliminieren von Prüfungsfragen mit mehreren richtigen Antwortmöglichkeiten

Besonders in medizinischen und naturwissenschaftlichen Prüfungen werden zur schnellen Wissensabfrage von den Hochschulen auch Multiple-Choice-Aufgaben (sog. Antwort-Wahl-Verfahren) genutzt, zumeist in der Variante, dass es nur eine richtige Antwort geben soll (Single-Choice). Manchmal gelingt es den Prüfern als Entwickler von Fragen allerdings nicht, diese Eindeutigkeit unter einer Auswahl von zumeist fünf Antwortmöglichkeiten herzustellen. Oft wird dieses erst dadurch deutlich, dass Prüfungskandidaten oder –kandidatinnen dieses im Anschluss an die Prüfung monieren. Manche Prüfungsordnungen sehen sogar ein entsprechendes Verfahren vor, diese Hinweise binnen weniger Tage nach der Prüfung einzureichen.

Es gibt hier – so die Beobachtung von Herrn Rechtsanwalt Joachim Drinhaus – durchaus noch eine Handhabung, dass dann nicht nur für die eigentlich als richtig angesehene Antwort, sondern auch für eine weitere ebenfalls richtige Antwort ein Punkt vergeben wird, war diese angekreuzt. Zumeist folgen die Prüfungskommissionen aber der Rechtslage und „eliminieren“ diese Frage aus der Prüfung. Wir wollen die in Details komplizierte Thematik hier nur als Erstinformation anreißen: Mit der Eliminierung von Fragen verringert sich die Anzahl der Prüfungsfragen, die Anzahl der Gesamtpunkte der Prüfung und insbesondere die absolute Bestehensgrenze (60 %). Hierfür muss ein Nachteilsausgleich für Kandidaten berechnet werden, die die eliminierte Frage(n) richtig beantwortet hatten, denn sonst wären sie benachteiligt gegenüber solchen, die eine solche Frage ohnehin ganz falsch beantwortet hatten. Dieses schreibt beispielsweise § 14 Abs. 4 Satz 2 der Ärztlichen Approbationsordnung als Grundsatz fest. Es ist anwaltliche Aufgabe, dieses zu überprüfen und nachzurechnen, wenn es auf den dadurch fehlenden Punkt ankommt. Manchmal kommt es allerdings rechnerisch nicht zu einem weiteren Punkt, weil generell gilt, dass nur ganze Punkte vergeben werden können und Dezimalstellen hinter dem Komma nicht aufgerundet werden.

Für Kandidaten, die die Arbeit als Wiederholungsprüfung schreiben, kommt dann noch hinzu, dass die Eliminierung auf die Anwendung einer weiteren Vorschrift Auswirkungen hat, zumeist bekannt als „22-%-Regelung“ oder „Gleitklausel“. Auch hier kann sich rechnerisch eine Verschiebung ergeben. Diese aber ist abhängig davon, dass ein Vergleich mit Prüfungskandidaten erfolgt, die einer sog. „Referenzgruppe“ angehören. Diese Gruppe ist in der Prüfungsordnung definiert. Von deren statistischem Ergebnis, einem Mittelwert, ausgehend wird ermittelt, ob die betroffenen Wiederholungskandidaten eine Punktezahl erreicht haben, die nicht unterhalb dieser 22 % liegt, die sog. „relative Bestehensgrenze“.

In einem Prüfungsfall aus dem Jahr 2018 an einer rheinland-pfälzischen Universität hatte Herrr Rechtsanwalt Joachim Drinhaus errechnet, dass der Nachteilsausgleich trotz der von unserer Mandantschaft richtig beantworteten, jedoch eliminierten Frage nicht berechnet und damit von einer fehlerhaften Punktezahl ausgegangen worden war. Im Rahmen des Widerspruchsverfahrens stellte sich sodann zusätzlich noch heraus, dass aus technischen Gründen die Ergebnisse der Referenzgruppe für die Berechnung der relativen Bestehensgrenze nicht vorhanden waren, um auch auf diesem Wege ein Ergebnis errechnen zu können. Das war ein organisatorisches Verschulden der Hochschule, das eine konkrete Kontrolle dieser Bewertung verhinderte.

So konnte die Mandantschaft aufgrund des dann doch zugrunde gelegten Nachteilsausgleichs und Vergabe des fehlenden Punktes für die eliminierte Frage ihr Studium mit bestandener Prüfung fortsetzen.

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9 weitere Studienplätze durch Studienplatzklage
February 12, 2020

3 weitere Teilstudienplätze durch Studienplatzklage im Studiengang Zahnmedizin – 1. bis 3. Fachsemester – im Wintersemester 2019/2020

4 weitere Studienplätze durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin - Klinik – im Wintersemester 2019/2020

2 weitere Studienplätze durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin – 2. Fachsemester bis 4. Fachsemester – im Wintersemester 2019/2020

Das neue Auswahlverfahren seit dem Sommersemester 2020
February 11, 2020

Das neue Auswahlverfahren seit dem Sommersemester 2020 und die Studienplatzklage

hochschulstart.de hat für das Sommersemester 2020 erstmals das neue Auswahlverfahren zur Vergabe der Studienplätze in den medizinischen Studiengängen durchgeführt. Das Bundesverfassungsgericht hat im Dezember 2017 das bisherige Verfahren zum Teil als verfassungswidrig erklärt, so dass hier umfangreiche Änderungen erfolgen mussten.

Welche Auswirkungen hat das neue Auswahlverfahren auf die Studienplatzklage?

Im Hinblick auf die Zulässigkeit und Durchführbarkeit der Studienplatzklage ergeben sich keine Änderungen. Die Studienplatzklage ist auch mit der Änderung des Vergabeverfahrens möglich. Auch die Chancen, hierdurch einen Studienplatz zu erhalten, sind durch das neue Vergabeverfahren grundsätzlich nicht verändert.

Der Grund hierfür ist, dass sich die klassische Studienplatzklage nicht gegen die Vergabe von Studienplätzen durch hochschulstart.de richtet oder gegen die direkte Vergabe der Studienplätze durch die Universitäten im höheren Fachsemester. Die klassiche Studienplatzklage ist auf einen sogenannten außerkapazitären Studienplatz ausgerichtet. Dies sind Studienplätze, welche die Universitäten - durch beispielsweise fehlerhafte Berechnung der eigenen Kapazität - nicht als Studienplätze ausgewiesen haben und daher mehr Studierende ausbilden können, als angegeben. Es geht daher um die Ausbildungskapazität an sich und nicht die Vergabe der schon durch die Universitäten ausgewiesenen Studienplätze.

Damit kommt es für den Bereich der Studienplatzklagen auch weiterhin nicht auf die Vergabe der Studienplätze durch hochschulstart.de oder im höheren Fachsemester durch die Universitäten selbst an, sondern nach wie vor auf die korrekte Berechnung der möglichen Studienplätze.

Durch die Änderung des Vergabeverfahrens und die Abschaffung der Wartezeitquote haben insbesondere "Altwarter", das heißt Bewerber mit langer Wartezeit, keine Garantie mehr, einen Studienplatz über die Wartezeit zu erhalten. Unabhängig davon, ob diese Änderung verfassungsmäßig ist, sind Studienplatzverfahren für diese jungen Menschen oftmals nun die letzte Chance, einen Studienplatz zu erhalten.

Aber auch junge Menschen, die keinen Studienplatz erhalten, weil die Gewichtung der Abiturnoten und der zusätzlichen Eignungsnachweise, die für die Vergabe eines Studienplatzes eine Rolle spielen, nicht ausreichend sind, um einen Studienplatz zu erhalten, können weiterhin Studienplatzklagen als Weg zum Wunschstudium nutzen.

Die Studienplatzklagen sind daher nach wie vor ein adäquates Mittel, um einen Studienplatz zu erhalten!

Weitere Studienplätze durch Studienplatzklage
January 25, 2020

4 weitere Studienplätze durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin – 1. Fachsemester – im Wintersemester 2019/2020

3 weitere Studienplätze durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin – 1. klinisches Fachsemester und 2. klinisches Fachsemester – im Wintersemester 2019/2020

Anerkennung der Berufsausbildung in der EU – Reglementierte Heilberufe
February 1, 2020

Anerkennung der Berufsausbildung in der EU – Reglementierte Heilberufe

Fragt man in Physiotherapie-Praxen nach der Möglichkeit einer Therapie, um Folgen eines Unfalles oder auch typische Fehlhaltungen zu korrigieren, so ist ein kurzfristiger Beginn oft nicht möglich, obwohl es weh tut.

Wie im Bereich aller Gesundheitsberufe fehlt es auch hier nicht am Willen zu helfen, sondern an der ausreichenden Anzahl qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nun könnte man annehmen, dass Hilfe aus Ländern der EU eine gute und vor allem schnelle Möglichkeit für die Praxisinhaber und –inhaberinnen wäre, die wartenden Patientinnen und Patienten nicht lange warten lassen zu müssen. Jedenfalls besteht ja durchaus Interesse von Therapeutinnen und Therapeuten aus dem Ausland, hier zu arbeiten.

Denkt man allerdings, dass dieses im Rahmen der Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der EU kein Problem sein dürfte, so stehen dem doch gesetzliche Regelungen entgegen, die Hürden schaffen.

Herr Rechtsanwalt Joachim Drinhaus erläutert, dass Heilberufe zu den sogenannten reglementierten Berufen gehören. Dabei geht es nicht nur um Ärzte und Zahnärzte. Auch Psychotherapeuten, Hebammen bzw. Entbindungspfleger, Apotheker, Ergotherapeuten, Krankenpfleger und viele weitere Berufe unterliegen nicht nur strengen Regelungen für Ausbildungen, Prüfungen und Weiterbildungen in Deutschland. Auch wer zum Beispiel eine Physiotherapie-Ausbildung in einem anderen EU-Staat abgeschlossen hat, bekommt in Deutschland nicht „automatisch“ die Zulassung. Dieses regelt ein Bundesgesetz vom 18. April 2016 (Bundesgesetzblatt I Seite 886) zur Umsetzung von EU-Richtlinien aus den Jahren 2005, 2012 und 2013 (RiL 2005/36/EG, VO(EU) 1024/2012, RiL 2013/55 EU).

Danach muss sich die zuständige Behörde eines Bundeslandes (Regierungspräsidium, Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen etc.) davon überzeugen, dass die Ausbildung im anderen Staat den Vorgaben entspricht, die die EU, das deutsche Umsetzungsgesetz und die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen vorsehen. Das gilt nicht nur für die Theorie, bei der naturgemäß im Ausland beispielsweise kein deutsches, berufsbezogenes Gesundheits- und Sozialrecht gelehrt wurde. Es gilt auch für eine ausreichende Berufspraxis im erlernten Heilberuf.

Herr Rechtsanwalt Joachim Drinhaus erläutert auf der Grundlage eines erst kürzlich erfolgreich abgeschlossenen Antragsverfahrens für die Anerkennung als Physiotherapeut/in, dass es insbesondere darauf ankomme, qualitativ gute Übersetzungen der fremdsprachlichen Ausbildungszeugnisse und Curricula zu haben, um damit den Vergleich mit dem hiesigen Standard zu vereinfachen. Die Behörden forderten dabei in aller Regel, dass diese Übersetzungen in Deutschland von einem staatlich anerkannten Übersetzer gefertigt werden. Auch die Frage, ob im Ausland mit anerkennenswertem Umfang und entsprechender Qualität eine Berufspraxis bereits absolviert wurde, sei wichtig. Sie könne aber in Absprache mit der zuständigen Behörde auch im Rahmen eines Praktikums in Deutschland erworben werden. Auch das Nachholen von nicht gelehrten Fächern in entsprechenden Berufsfachschulen kann erforderlich werden. Es sei hilfreich, sich dabei anwaltlich beraten und unterstützen zu lassen. Gut sei, eine fachlich versierte und auch vertrauensvolle Kommunikation mit den zuständigen Behörden zu führen, um die Anerkennung des Führens einer Berufsbezeichnung und damit das generelle Ausübungsrecht in einem reglementierten Beruf zu erreichen.

Wir sind Ihnen bei der Anerkennung Ihrer Berufsausbildung in Deutschland behilflich. Sprechen Sie uns an!

Weitere Studienplätze durch Studienplatzklage
December 20, 2019

1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Biochemie – Bachelor - im Wintersemester 2019/2020

1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Zahnmedizin – 1. Fachsemester - im Wintersemester 2019/2020

1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin - 2. Klinisches Fachsemester - im Wintersemester 2019/2020

1 weiterer Studienplatz durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin - 1. Fachsemester – nach den Rechtsverhältnissen des WS 2016/2017

2 weitere Studienplätze durch Studienplatzklage im Studiengang Humanmedizin - 2. Fachsemester – nach den Rechtsverhältnissen des WS 2016/2017

Beruflicher Erfolg und Auskommen auch ohne Einser-Abitur!
September 22, 2019

Wir nehmen Bezug auf den faz.net-Artikel vom 20.09.2019, Zugang zum Studium, Karriere ohne Einser-Abi von Brigitta von Lehn. Sie finden den Artikel unter:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hoch-schule/karriere-ohne-einser-abi-warum-unis-auf-abi-schnitt-setzen-16382130.html?printPagedArticle=true#void

Der Artikel startet mit der Fragestellung: „Was sagt die Abiturnote über den späteren Berufserfolg aus?“

Dem Artikel zufolge hat eine Karriereberatungsfirma die Daten von 1000 zufällig ausgewählten Kunden ausgewertet und dabei festgestellt: Einser-Abiturienten punkten beim Selbstbewusstsein, Ehrgeiz und Leistungsorientierung. Dreier-Abiturienten liegen bei Flexibilität, Fairness, Enthusiasmus, Inklusivität und Empathie deutlich vorne. Obwohl all diese Talente oder Stärken gleichermaßen wichtig sind, belohne das Schulsystem sie aber nicht.

Der Artikel stellt kurz da, dass auch in anderen Ländern die Abschlussnote der Sekundarstufe II - analog dem deutschen Abitur - eine generelle Zulassungsvoraussetzung für ein Hochschulstudium darstellt, man aber auf weiter Eignungskriterien setzt. Er verweist dann auf die Einschätzung eines Psychologieprofessors der sich viel mit Eignungsdiagnostik beschäftigte und zu dem Ergebnis kam, dass Schulnoten zwar gute Indikatoren für den weiteren Lernerfolg also des Ausbildungs- und Lernerfolgs, für die langfristige Prognose des Berufserfolgs aber nicht so gut geeignet seien, wie die Intelligenz. Angeblich bestätige die wissenschaftliche Literatur die „überragende Bedeutung der Intelligenz für den Berufserfolg und sogar darüber hinaus gehende Aspekte des Lernerfolgs“.

Die Auswertung entsprechenden Datenmaterials durch einen schweizer Arzt ergab, dass die Note ein gutes Vorhersagekriterium für das spätere Berufsprestige sei, die Intelligenz hingegen umso besser das Einkommen prognostiziere.

Sowohl Psychologe als auch Arzt stimmen darin überein, dass der Mathematiknote am Ende der neunten Jahrgangsstufe ein zentraler Stellenwert für die Vorhersage des weiteren Ausbildungserfolgs zu kommt.

NEU Bewerbung für die medizinischen Studiengänge
September 24, 2019

NEU Bewerbung für die medizinischen Studiengänge bei hochschulstart.de ab dem Sommersemester 2020

Erste Quote:

30 % der Studienplätze werden zukünftig in der Abiturbestenquote vergeben. Bislang waren es 20 %.

Zweite Quote:

Die Wartezeitquote gibt es nicht mehr. Neu eingeführt wird die sogenannte „Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)“, in der es verboten ist, die Abiturnote zu berücksichtigen. Während einer Übergangsphase erhalten Bewerber mit sehr langen Wartezeiten „Gutschriften“ in dieser Quote. Die weiteren in dieser Quote gültigen Auswahlkriterien legen die Bundesländer, eventuell die Hochschulen selbst fest. Vermutlich werden Testergebnisse eine überragende Rolle spielen.

Dritte Quote:

Im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) werden wie bisher 60 % der Studienplätze vergeben. Die Abiturnote darf nicht mehr den gewichtigsten Anteil bilden. Es müssen im Studiengang Humanmedizin mindestens zwei notenunabhängige Kriterien hinzukommen. Zukünftig können sich Studienplatzbewerber parallel bei allen 38 Universitäten für Humanmedizin bewerben. Bislang war eine Bewerbung nur für sechs Universitäten möglich.

Der Prozess der Reformierung und Umsetzung der neuen Bewerbungsmodalitäten für das Sommersemester 2020 ist noch nicht abgeschlossen und auch die technische Umsetzung ist aufwendig. Dr. Oliver Herrmann, der seit dem 18.06.2018 administrativer Geschäftsführer der Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) ist, verweist in einem Interview auf www.zeit.de in diesem Zusammenhang auf die Sonderseite unter hochschulstart.de (Stand 27.03.2019).

Das vollständige Interview können Sie hier lesen:

https://www.zeit.de/campus/studienfuehrer/2019/medizinstudium-bewerbungsverfahren-veraenderung-nc-zeq-fairness

Auf die Frage von ZEIT Campus, ob man vielleicht im Auswahlverfahren der Hochschulen irgendwo auch eine Chance mit einer Drei im Abitur hat, antwortet Herr Dr. Herrmann: „Das halte ich für unwahrscheinlich……..Ich kann mir vorstellen, dass jemand mit einer 2,2 im Abi, der im Test sehr gut abschneidet und vielleicht noch einen Freiwilligendienst gemacht hat, einen Platz finden wird.“

Die Aussichten für Studienplatzbewerber für medizinische Studiengänge werden durch das neue Vergabesystem nicht besser. Teilweise scheint eine Bewerbung in der Zukunft nahezu aussichtslos.

Wir informieren Sie über die Chancen und Kosten einer Studienplatzklage. Die geänderten Bewerbungsmodalitäten haben keinen Einfluss auf die gerichtlichen Möglichkeiten einen Studienplatz zu erstreiten.

Auswahlgrenzen in den bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen
September 27, 2019

Abiturbestenquote, Wartezeit, Vorauswahl für das Auswahlverfahren der Hochschulen

Am 13.08.2019 hat hochschulstart.de die Auswahlgrenzen ins Netz gestellt. In der Abiturbestenquote war in der Humanmedizin – mit Ausnahme von Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit 1,1 – jeweils ein Abiturdurchschnitt von 1,0 erforderlich, aber nicht immer ausreichend: Die für eine unmittelbare Zulassung erforderlichen Punktzahlen schwanken zwischen 759 – MH Hannover – und 804 z.B. in Heidelberg, Heidelberg/Mannheim, Augsburg, Bonn und München. In der Zahnmedizin variiert die erforderliche Note zwischen 1,0 z.B. in Brandenburg und 1,3 – erneut in Niedersachsen, Hamburg und Berlin.

In der Wartezeitquote waren – wie in den WS 2017/2018 und 2018/2019 – 14 Wartesemester erforderlich, allerdings mussten Humanmedizin - Bewerber mit dieser Wartezeit jedenfalls einen Durchschnitt von 1,9 mitbringen, während in den Jahren zuvor noch 2,2 bzw. 2,5 ausreichten. In der Zahnmedizin hat sich die Wartezeit auf 13 Semestern erhöht, erforderlich war dann aber nur ein auf 4,0 gesunkener Notenschnitt.

Im Auswahlverfahren der Hochschulen schwanken natürlich in den medizinischen Studiengängen die erforderlichen Noten und Grenzränge. Insoweit nehmen wir Bezug auf die Tabelle von hochschulstart.de:

https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=2849

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